linksorientierte Studierendeninitiative (LOS) http://los.blogsport.de Münster Wed, 20 Nov 2013 19:17:11 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en 10. Veranstaltung: Fußball – Nachholtermin http://los.blogsport.de/2013/11/14/10-veranstaltung-fussball-nachholtermin/ http://los.blogsport.de/2013/11/14/10-veranstaltung-fussball-nachholtermin/#comments Thu, 14 Nov 2013 19:59:22 +0000 Administrator Veranstaltung http://los.blogsport.de/2013/11/14/10-veranstaltung-fussball-nachholtermin/

Wir freuen uns euch mitteilen zu können, dass die im letzten Semester ausgefallene Veranstaltung zu Fußball in zwei Wochen nachgeholt werden wird!

Uns ist es immer noch ein Anliegen, einmal ausführlicher die gesellschaftliche Wirkung und die subkulturelle Anbindung des Fußballs zu analysieren und sind daher froh, dass der Referent für einen neuen Termin in Münster gewonnen werden konnte. Er wird zudem auf die Geschichte des DFB eingehen. Wenn ihr auch Lust auf dieses spannende Thema und dessen Diskussion habt, kommt vorbei!

Hier noch einmal schnell alle wichtigen Infos:

Fußball, mehr als nur Sport ?!
Geschichte und politische Dimension
des Rasenballsportes in Deutschland

Der Spruch „Fußball ist unser Leben“ zeigt eindrücklich die Bedeutung dieses Sportes in der heutigen Gesellschaft auf. Nicht nur das Wochenende vieler Menschen wird durch Fußball geprägt, auch im Alltag ist Fußball u.a. durch Werbung, Nachrichten oder den Sportteil der Tageszeitung mehr als nur präsent, er ist allgegenwärtig.

In der Veranstaltung soll es darum gehen, welche Geschichte der Fußball in Deutschland in den letzten 150 Jahren gespielt hat. Zum einen wird es einen historischen Rückgriff von der Zeit des Kaiserreichs bis zum Nationalsozialismus mit Focus auf die Geschichte des DFBs geben. Zum anderen soll die kritische Auseinandersetzung mit Fans und Ultras im Allgemeinen, und ihrem scheinbaren agieren gegen kulturindustrielle (Unter-)Ordnung des Fußball in der Totalität der kapitalistischen Verwertungslogik im Besonderen, Bestandteil der Veranstaltung sein.

Dabei soll sich der Frage gewidmet werden, warum gerade im Fußball gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit scheinbar zur Normalität gehört, warum sich in der Masse von Fans eine Stimmung entwickeln kann, in der jede Hemmung des Alltags abgeschüttelt wird und was das alles mit der Geschichte und den gesellschaftlichen Implikationen des Rasenballsportes zu tun hat.

 

Der Referent Thadeus Mainka ist Lehrbeauftragter an der TU Braunschweig und hält Lehrveranstaltungen zu den Themen Fußball in der Moderne und Antisemitismustheorie der Frankfurter Schule.

 

Donnerstag, 28.11.2013, 19:30 Uhr
Selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum „Club Courage
Friedensstraße 42 (Hinterhof), 48145 Münster

 

Diese Veranstaltung wird gefördert durch:
AStA der Universität Münster.

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VERANSTALTUNG MORGEN FÄLLT AUS! http://los.blogsport.de/2013/08/01/veranstaltung-morgen-faellt-aus/ http://los.blogsport.de/2013/08/01/veranstaltung-morgen-faellt-aus/#comments Thu, 01 Aug 2013 14:28:08 +0000 Administrator Allgemein http://los.blogsport.de/2013/08/01/veranstaltung-morgen-faellt-aus/ Die Veranstaltung zu Fußball mit Thadeus Mainka fällt leider aus, weil der Referent erkrankt ist.
Wir werden sie aber nachholen!

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10. Veranstaltung: Fußball http://los.blogsport.de/2013/07/19/10-veranstaltung-fussball/ http://los.blogsport.de/2013/07/19/10-veranstaltung-fussball/#comments Fri, 19 Jul 2013 10:23:29 +0000 Administrator Veranstaltung http://los.blogsport.de/2013/07/19/10-veranstaltung-fussball/

Pünktlich zum 50. Jubiläum der Fußball-Bundesliga im August möchten wir dazu einladen, sich kritisch mit diesem auch in Deutschland weitaus länger ausgetragenen „Massensport“ zu beschäftigen.

Denn dass Fußball ein wichtiger Aspekt im Leben der meisten Studierenden ebenso wie der Dozierenden ist, lässt sich nicht von der Hand weisen. Bei großen Turnieren fallen Seminare aus oder sie werden schon bei der Planung um die entsprechenden Termine herum gelegt. Viele fiebern mit dem lokalen oder dem Verein ihres vorherigen Wohnorts mit. Außerdem verbindet das Interesse für Fußball mit den Kommiliton*innen genauso, wie mit dem Rest der Bevölkerung.

Doch was macht Fußball so attraktiv? Welche Geschichte hat er in Deutschland? Welche Rolle spielen Ultras und Hooligans? Was tun gegen fremdenfeindliche und menschenverachtende Sprechgesänge? – diese und weitere spannende Fragen möchten wir zusammen mit allen Interessierten diskutieren.

Wir freuen uns daher sehr, dass die ASten von FH und Uni uns dabei unterstützt haben, diese Veranstaltung auf die Beine zu stellen:

Fußball, mehr als nur Sport ?!
Geschichte und politische Dimension
des Rasenballsportes in Deutschland

Der Spruch „Fußball ist unser Leben“ zeigt eindrücklich die Bedeutung des Sportes in der heutigen Gesellschaft auf. Nicht nur das Wochenende vieler Menschen wird durch Fußball geprägt, auch im Alltag ist Fußball u.a. durch die Werbung, Nachrichten oder den Sportteil der Tageszeitung mehr als nur präsent, sondern allgegenwärtig.

In der Veranstaltung soll es darum gehen, welche Geschichte der Fußball in Deutschland in den letzten 150 Jahren gespielt hat. Zum Einen wird es einen historischen Rückgriff in die Zeit vom Kaiserreich bis Nationalsozialismus mit dem Focus auf die Geschichte des DFB’s geben. Zum Anderen soll die kritische Auseinandersetzung mit Fans und Ultras im Allgemeinen, und ihrem scheinbaren agieren gegen kulturindustrielle (Unter-)Ordnung des Fußball in der Totalität der kapitalistischen Verwertungslogik im Besonderen, Bestandteil der Veranstaltung sein.

Dabei soll sich der Frage gewidmet werden, warum gerade im Fußball gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit scheinbar zur Alltäglichkeit gehört, warum sich in der Masse von Fans eine Stimmung entwickeln kann, in der jede Hemmung des Alltag abgeschüttelt wird und was dass alles mit der Geschichte und den gesellschaftlichen Implikationen des Rasenballsportes zu tun hat.

 

Der Referent Thadeus Mainka ist Lehrbeauftragter an der TU Braunschweig und hält Lehrveranstaltungen zu den Themen Fußball in der Moderne und Antisemitismustheorie der Frankfurter Schule.

 

Freitag, 02.08.2013, 19:30 Uhr
Selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum „Club Courage
Friedensstraße 42 (Hinterhof), 48145 Münster

 

Diese Veranstaltung wird gefördert durch:
AStA der Fachhochschule Münster
AStA der Universität Münster.

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9. Veranstaltung: Kolonialismus http://los.blogsport.de/2013/05/13/9-veranstaltung-kolonialismus/ http://los.blogsport.de/2013/05/13/9-veranstaltung-kolonialismus/#comments Mon, 13 May 2013 08:27:49 +0000 Administrator Veranstaltung http://los.blogsport.de/2013/05/13/9-veranstaltung-kolonialismus/

Ende Mai möchten wir mit einer Veranstaltung auf einen vergessenen und verdrängten Teil der deutschen Geschichte aufmerksam machen: den Kolonialismus.

Dass es nötig ist, diesen Themenkomplex besser zugänglich zu machen, zeigt sich in der fehlenden ernsthaften geschichtskulturellen Aufarbeitung beispielsweise in den Medien oder der Schule. Um sich in aktuelle Diskurse einbringen zu können oder diese zu eröffnen (in der Forschung, um Entschädigungszahlungen, bei Straßen- umbennenungen usw.), fehlt vielen nicht nur das Wissen, sondern auch die Sensibilität, diese wahrzunehmen.
Uns wäre es ein Anliegen, dass sich auch verstärkt Studierende in solche Debatten einschalten und mit dem Schlagwort „Kolonialismus“ mehr verbinden als die französische, niederländische oder britische Geschichte.

Deshalb haben wir zusammen mit den ASten von Uni und FH einen Vortrag organisiert, der in die historischen Abläufe einführen, Forschungsdiskussionen erklären, aber auch auf die Aktualität des Themas hinweisen soll:

Deutscher Kolonialismus – Deutsche Expansionspolitik

„Irgendwann zwischen 1500 und 1920″, so formuliert es der Historiker Jürgen Osterhammel in einem Einführungsbändchen zum Thema Kolonialismus, „geriet die Mehrzahl der Räume und Völker der Erde unter die zumindest nominelle Kontrolle von Europäern“. Als sich das erst 1871 gegründete deutsche Reich in diesen Wettkampf um territoriale und machtpolitische Expansion einschaltete, hatten andere europäische Großmächte einen Teil dieser Kolonien schon wieder eingebüßt; um die Aufrechterhaltung und Neuakquisition anderer Einflussgebiete wurde daher bisweilen umso nachhaltiger gekämpft.

Im Vortrag soll die Entstehung des deutschen Wunsches nach einem eigenen Kolonialreich, ausgehend von den zunächst bloß rhetorischen Eroberungsphantasien deutscher Dichter und Denker bis zur praktischen Umsetzung dieser Vorhaben im Rahmen der Beteiligung des Reichs am sogenannten „scramble for africa“, nachgezeichnet werden. Weiter soll versucht werden, die durchaus vorhandene Aktualität dieser kurzen zeithistorischen Epoche anhand einiger Beispiele zu zeigen, etwa an der Weigerung der Bundesregierung, Entschädigungszahlungen an die Hinterbliebenen der Herero und Nama zu entrichten, zweier Bevölkerungsgruppen, die im heutigen Namibia eines der ersten Opfer deutscher Kriegsführung im zwanzigsten Jahrhundert wurden. Indes wird die Erinnerung an deutsche „Kolonialabenteuer“ – nicht nur, aber auch in Münster – den heutigen Zeitgenossen vor allem durch fortbestehende Straßennamen oder Denkmäler aufrecht erhalten.

 

Der Referent Dominik Koch hat Geschichte und Philosophie an der Universität Duisburg-Essen studiert und beschäftigt sich unter anderem mit Fragen bezüglich des Verhältnisses zwischen kolonialer Metropole und Peripherie.

 

Donnerstag, 30.05.2013, 19:30 Uhr
Selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum „Club Courage
Friedensstraße 42 (Hinterhof), 48145 Münster

 

Diese Veranstaltung wird gefördert durch:
AStA der Fachhochschule Münster
AStA der Universität Münster.

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Nachlese: Nationalismus http://los.blogsport.de/2013/05/02/nachlese-nationalismus/ http://los.blogsport.de/2013/05/02/nachlese-nationalismus/#comments Thu, 02 May 2013 13:45:33 +0000 Administrator Nachhören http://los.blogsport.de/2013/05/02/nachlese-nationalismus/ Zur Nachbereitung des Vortrages „Psychologie des Nationalismus“ hat uns der Referent Mark van Eijk auf einige Texte hingewiesen – diese Tipps wollen wir euch selbstverständlich nicht vorenthalten.

Viel Spaß!

  • Schediwy, Dagmar (2012): Pech im Job, Glück im Spiel. Zur Sozialpsychologie des deutschen Fußballpatriotismus, in: Jungle World 23/2012. [auch hier online]
  • Bohleber, Werner (1996): Nationalismus, Fremdenhass und Antisemitismus. Psychoanalytische Überlegungen, in: Krovoza, Alfred (Hg.), Politische Psychologie. Ein Arbeitsfeld der Psychoanalyse, Stuttgart, S. 143-166.
  • Lohl, Jan (2010): Gefühlserbschaft und Rechtsextremismus. Eine sozialpsychologische Studie zur Generationengeschichte des Nationalsozialismus, Gießen. [Darin vor allem: „Sozialpsychologie des Nationalsgefühls“, S. 23- 91]

Die Aufsätze von Schediwy und Bohleber eignen sich vor allem zum Einstieg. Bei Lohl werden diverse sozialpsychologische Ansätze dargestellt – wenn man richtig tief in die Materie einsteigen will, findet man bei diesem zahlreiche wichtige Hinweise und Literaturangaben zum Weiterlesen.

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8. Veranstaltung: Nationalismus http://los.blogsport.de/2013/04/12/8-veranstaltung-psychologie-des-nationalismus/ http://los.blogsport.de/2013/04/12/8-veranstaltung-psychologie-des-nationalismus/#comments Fri, 12 Apr 2013 10:47:20 +0000 Administrator Veranstaltung http://los.blogsport.de/2013/04/12/8-veranstaltung-psychologie-des-nationalismus/

Nationalismus ist eine Weltanschauung, die nicht nur Diskurse und Meinungen, sondern auch das Selbstverständnis und die Lebensrealitäten fast aller Menschen in unserer Umgebung prägt und die uns alle angeht. Mit einer Veranstaltung am 26. April möchten wir untersuchen, woher die ungemeine Attraktivität des Nationalismus kommt.
Warum bezeichnen sich Menschen als Angehörige einer Nation? Warum scheint ihnen ganz selbstverständlich z.B. Franzose, Deutsch oder Russin zu sein? In einem weiteren Schritt soll es auch um eine Kritik des Nationalismus gehen – denn unproblematisch oder unbedenklich ist er keinesfalls.

Schon gespannt?
Hier findet ihr weitere Infos zum Inhalt und zum Referenten:

Psychologie des Nationalismus

Nationalismus begegnet uns überall. Ob bei Fußballturnieren, in der Kneipe oder im Seminar. Die positive Identifikation mit einer “vorgestellten Gemeinschaft” (Benedict Anderson) tritt zwar in verschiedenen Spielarten auf, weitgehend unhinterfragt bleibt aber die Vorstellung, dass Nationalismen etwas überhistorisches und beinahe naturhaftes darstellen würden.

Im Rahmen des Vortrags soll vor allem der Frage nachgegangen werden, wie sich der Nationalismus psychoanalytisch erklären lässt. Des Weiteren soll dargestellt werden, warum dem Nationalismus in bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaften die Funktion zukommt, ein Kitt in den von Ungleichheit geprägten Gesellschaften zu sein und warum Theodor W. Adornos Überlegungen zum “Kollektiven Narzissmus” nach wie vor für eine Analyse und Kritik des Nationalismus von wesentlicher Bedeutung sind.

 

Der Referent Mark van Eijk lebt in Köln, hat Politikwissenschaften und Soziale Arbeit studiert und beschäftigt sich gegenwärtig mit der Nationalismusanalyse der frühen Kritischen Theorie.

 

Freitag, 26.04.2013, 19:30 Uhr
Selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum „Club Courage
Friedensstraße 42 (Hinterhof), 48145 Münster

 

Diese Veranstaltung wird gefördert durch:
AStA der Fachhochschule Münster
AStA der Universität Münster.

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7. Veranstaltung: Film und Shoah http://los.blogsport.de/2012/12/05/7-veranstaltung-film-und-shoah/ http://los.blogsport.de/2012/12/05/7-veranstaltung-film-und-shoah/#comments Wed, 05 Dec 2012 08:25:49 +0000 Administrator Veranstaltung http://los.blogsport.de/2012/12/05/7-veranstaltung-film-und-shoah/

Kann die Shoah überhaupt Stoff für Film sein? Oder muss jeder derartige Versuch darin enden, das Irrationale zu rationalisieren und den Schrecken und die Barbarei zum Stilmittel einer solchen Inszenierung zu machen? Ist die Shoah überhaupt “theoretisierbar” oder begreifbar? Wie funktionieren Filme zu dieser Thematik und können sie im Umgang mit und für die Aufarbeitung der Vergangenheit sinnvoll sein? Was hieße das in diesem Zusammenhang?
Diesen Fragen, die sich im Umgang mit Filmen über die Shoah aufdrängen, möchten wir mit unserer nächsten Veranstaltung nachgehen. Wir möchten aber auch darüber hinausgehende Themenkomplexe anschneiden und uns zum Beispiel ansehen, welche gesellschaftlichen Verhältnisse solche Filme hervorbringen und welche Funktionen diese erfüllen.
Für dieses Vorhaben konnten wir Henrik Götte aus Braunschweig gewinnen und hoffen, dass euch das Thema genauso sehr interessiert wir uns. Wir freuen uns auf eure Teilnahme und eine lebhafte Diskussion!

Genaueres zum Inhalt des Vortrags und zum Referenten:

Film und Shoah

Filme über den industriellen Massenmord an den europäischen Jüdinnen*Juden durch die Deutschen gibt es viele. Mal lösen sie gesellschaftliche Debatten aus, mal kleinere oder größere Skandale, etwa wenn wieder allzu offensichtlich Geschmacklosigkeiten dilettantisch eingesetzt werden, um mediale Aufmerksamkeit zu erhaschen. Was bei all den Diskussionen um “gute” und “schlechte” Filme, dem Einsatz dieser Filme als erzieherische Maßnahme und ihrem akademischen Pendant, dem endlosen “Diskurse” spinnen, “Narrative” aufspüren und “Einschreibungen” offenlegen, völlig fehlt, ist ein Begriff des Gegenstandes, um den es eigentlich geht, denn “was ist ein Filmbild gegen eine Tatsache?” (Claude Lanzmann).

Unter den gesellschaftlichen Bedingungen, die zu Auschwitz führten und weder beseitigt worden sind, noch als solche begriffen werden, wird nicht zuletzt durch Film die Shoah verwandelt in das kulturelle “Artefakt Holocaust”, das “wie eine Drei-D-Brille wirkt, die jeder kennt und aufsetzen kann” (Detlev Claussen). Die Funktionsweise von Film, Personalisierung, Suggestion und Konkretisierung abstrakter Zusammenhänge trägt, eingebettet in postnazistischen “Erinnerungskitsch”, das ihre dazu bei, die intellektuelle Durchdringung des Gegenstandes zugunsten einer Debatte über – und des Konsums von – Darstellungen zu verschieben. Der Antisemitismus des Nationalsozialismus bleibt so diffus oder wird pathologisiert. Aus Erkennen wird Darstellen, durch “Erinnerung” wird alles weit von sich geschoben und nicht selten der Judenvernichtung noch nachträglich ein Sinn angeheftet.

Daraus ergibt sich, dass über Filme, die von der Shoah handeln, nicht im aufklärerischen Sinn gesprochen werden kann. Nicht was diese Filme zum Verständnis, sondern zur völligen Verschleierung des Bewusstseins beitragen, wird exemplarisch an “Shoah” von Claude Lanzmann und “Schindlers Liste” von Steven Spielberg diskutiert werden.

 

Henrik Götte hat in Braunschweig Medienwissenschaften studiert und ist Lehrbeauftragter an der Technischen Universität Braunschweig.

 

Mittwoch, 12.12.2012, 19:30 Uhr
Selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum „Club Courage
Friedensstraße 42 (Hinterhof), 48145 Münster

 

Diese Veranstaltung wird gefördert durch den
AStA der Universität Münster.

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6. Veranstaltung: Verdinglichung der Natur http://los.blogsport.de/2012/11/05/6-veranstaltung-naturbeherrschung-und-emanzipation/ http://los.blogsport.de/2012/11/05/6-veranstaltung-naturbeherrschung-und-emanzipation/#comments Mon, 05 Nov 2012 17:43:47 +0000 Administrator Veranstaltung http://los.blogsport.de/2012/11/05/6-veranstaltung-naturbeherrschung-und-emanzipation/

Anknüpfend an die Veranstaltung mit Christoph Plutte zu materialistischen Naturbegriffen im letzten Semester haben wir zusammen mit dem Uni AStA Dirk Lehmann aus Bielefeld zu einem Vortrag über ein ähnliches Thema eingeladen. Wir möchten zusammen mit Studierenden aller Fachbereiche die Auffassung, Natur sei mit Herrschaft zu belegen, kritisch beleuchten und sie als ein Element der bestehenden Ordnung herausstellen, das diese in ihren Grundfesten ausmacht. Dabei spielt für uns auch eine besondere Rolle, dass dies einen zentralen Punkt der Kritik der ‚Frankfurter Schule’ ausmacht und dass von jenem aus das Denken und die Aktualität dieser leicht erschlossen werden können.
Vor wenigen Jahren noch stark frequentiert, ist das Lehrangebot zur ‚Kritischen Theorie’ aus den Hochschulen nahezu verschwunden oder wird nur noch operationell genutzt bzw. historisierend wegsortiert – wir möchten einen (studentischen) Gegenpol dazu anregen und über die Auseinandersetzung mit dem Bestehenden mit der Studierendenschaft ins Gespräch kommen.

Hier wie versprochen der Ankündigungstext
und weitere Informationen zum Referenten:

Naturbeherrschung und Emanzipation.
Kritische Theorie über die Verdinglichung der Natur

Die kritische Theorie entsteht in den frühen dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts als eine Reflexion der ausgebliebenen proletarischen Revolution. Mit der Dialektik der Aufklärung, und das heißt mit der Erfahrung des Stalinismus, vor allem aber des Nationalsozialismus und der Ermordung der europäischen Juden, betritt die kritische Theorie indes eine neue Reflexionsstufe: Es geht nunmehr um die Reflexion der ausgebliebenen Zivilisation. Damit rückt das Problem der Beherrschung der Natur in den Fokus.
Wenn Theodor W. Adorno 1940 an Walter Benjamin schreibt, dass „alle Verdinglichung ein Vergessen ist, Objekte dinghaft in dem Augenblick werden, wo sie festgehalten sind, ohne in allen ihren Stücken aktuell gegenwärtig zu sein: wo etwas von ihnen vergessen ist“, dann kann im Anschluss daran unter dem Begriff der Naturbeherrschung die Verdinglichung der Natur verstanden werden. Die Vereinheitlichung des stets Werdend-Gewordenen, des qualitativ Besonderen, im Zusammenhang mit anderem Stehenden, kann, wie prekär auch immer, nur durch Tilgung eben jenes Nicht-Identischen gelingen.
Damit greifen Horkheimer, Adorno und andere die Marx-Lukács’sche Verdinglichungskritik auf, gehen aber über sie insofern hinaus, als ihnen nicht allein der ‚moderne Kapitalismus’ zum Problem wird, sondern die angespannte Zivilisation insgesamt. Während die klassischen Vertreter der kritischen Theorie Naturbeherrschung wesentlich bezogen auf die Natur, die wir selber sind, werden die Überlegungen zur Naturbeherrschung im Lichte der ökologischen Krise bezogen auf die Natur, die wir nicht sind.
Das Problem der Naturbeherrschung betrifft aber nicht allein die ökologische Krise, sondern berührt die Frage nach der Emanzipation der Menschheit insgesamt, wie sie etwa im berühmten Aphorismus Sur l’eau aufgeworfen ist. Mit einem dialektischen Begriff von Natur ließe sich schließlich zeigen, dass Natur nicht allein etwas den Menschen Schreckendes oder etwas von den Menschen zu Unterjochendes – sondern auch und vor allem etwas mit der Menschheit zu Versöhnendes ist.

 

Dirk Lehmann hat in Duisburg und Bielefeld Soziologie studiert. Er arbeitet gegenwärtig über die Entstehung und Entwicklung der kritischen Theorie und veröffentlicht unregelmäßig im Kritiknetz – Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft und in Phase 2 – Zeitschrift gegen die Realität.

 

Donnerstag, 15.11.2012, 18:30 Uhr
Selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum „Club Courage
Friedensstraße 42 (Hinterhof), 48145 Münster

 

Diese Veranstaltung wird gefördert durch den
AStA der Universität Münster.

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Sommerpause http://los.blogsport.de/2012/07/25/sommerpause/ http://los.blogsport.de/2012/07/25/sommerpause/#comments Wed, 25 Jul 2012 07:06:47 +0000 Administrator Allgemein http://los.blogsport.de/2012/07/25/sommerpause/ Nach einem kurzweiligen Semester und den ersten 5 erfolgreichen Veranstaltungen geht’s für uns erstmal in die Sommerpause – das heißt Urlaub, gute Bücher und Abhängen, aber auch Hausarbeiten, Nachbereitung des letzten und Vorbereitungen für das nächste Semester.

Ab Oktober geht’s dann nicht nur an der Uni, sondern auch mit spannenden Veranstaltungen von uns weiter! Wenn ihr Ideen für Themen oder Referent*innen habt oder mitmachen möchtet, meldet euch doch per Mail bei uns. Wir freuen uns schon auf euren Input und eure Teilnahme an den kommenden Vorträgen. Wer eine Veranstaltung verpasst hat oder wem die vorlesungsfreie Zeit einfach zu dröge wird, kann ja mal hier reinhören.

Schöne Semesterferien und bis bald!
 

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5. Veranstaltung: Street Art http://los.blogsport.de/2012/05/19/5-veranstaltung-streetart/ http://los.blogsport.de/2012/05/19/5-veranstaltung-streetart/#comments Sat, 19 May 2012 09:06:02 +0000 Administrator Veranstaltung http://los.blogsport.de/2012/05/19/5-veranstaltung-streetart/

Ist Street Art eine Form des politischen Diskurses? Wieso werden Sprayer*innen – die teilweise durchaus ansprechende Kunstobjekte in den öffentlichen Raum zaubern – von der Polizei gejagt? Street Art ist mittlerweile als eigenständige Kunstform anerkannt, an deren Beispiel sich leicht Fragen nach den Spannungsfeldern zwischen Eigenständigkeit, Politik und Kommerzialisierung aufwerfen lassen. Mit einer Veranstaltung Ende Juni wollen wir einigen dieser Fragen nachspüren, denn auch in Münster trifft man vielfältige Formen der Street Art an – von Stickern und Murals über Stancils und Paste-Ups bis hin zu Graffitis und selbstverständlich Tags.

Hier der Ankündigungstext mit ein paar Infos zum Referenten:

Street Art zwischen Revolte, Repression und Kommerz
Das Beispiel der Pariser Graffiti-Künstlerin Miss.Tic
und des Hamburger Sprayers OZ

In Hamburg wurde Walter F. alias „OZ“ für insgesamt 8 Jahre ins Gefängnis geschickt, nur weil er seine immer gleichen Smiley-Zeichen auf die Rückseiten von Verkehrsschildern oder auf hässlich-graue Bunkerwände sprayte. In Paris verzierte Miss.Tic mit poetischen Pochoirs Häuserwände ganz in der Tradition des Situationismus. Auch sie wurde dafür angeklagt, um sich nur wenig später als hip-angesagte Künstlerin in ihrem Ansinnen, sich einen Platz in der Kunstgeschichte zu erobern, bestätigt zu fühlen.

Woher rührt die subversive Kraft von Graffitis und das nicht erlahmende Verfolgungsinteresse staatlicher Repressionsorgane? Was Street Art ausmacht, ist die politische Dimension in Form von Illegalität und Aneignung von Stadt viel mehr noch als ihr künstlerisches Erscheinungsbild. Im Rahmen der Veranstaltung wird zu diskutieren sein, inwieweit Street Art ihren rebellischen Ursprungscharakter als „Aufstand der Zeichen“ noch bewahren kann, oder ob sie sich dem Verwertungsinteresse des Kunstbetriebs nicht mehr widersetzen kann.

 

KP Flügel hat zusammen mit Jorinde Reznikoff in der Edition Nautilus das Buch „Bomb it, Miss.Tic“ herausgegeben und sowohl die widersprüchliche Karriere der Graffiti-Künstlerin als auch den Prozess gegen „OZ“ journalistisch verfolgt. Er betreut bei Radio FSK u.a. die „neopostdadasurrealpunkshow“ und schreibt für verschiedenen Medien wie „der Wahrschauer“, „GWR“ und „Direkte Aktion“.

 

Montag, 25.06.2012, 20:00 Uhr
Selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum „Club Courage
Friedensstraße 42 (Hinterhof), 48145 Münster

 

Diese Veranstaltung wird gefördert durch den AStA der Universität Münster und findet statt in Kooperation mit den Projektstellen „Theorie organisiert Praxis“ und „Kulturelle Freiräume“.

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