1.Veranstaltung: Antisemitismus in der Linken

Über Bekannte haben wir vor Kurzem Max Imhoff getroffen, der gerade eine interessante Studie zum Zusammenhang zwischen dem Konsum bestimmter linker Medien und antisemitischen Weltbildern erarbeitet hat. Er war schon bei einem unserer Treffen und hat ein bisschen über das Thema mitgeteilt. Seine Studie ist mittlerweile als Buch erschienen und wir finden das Thema so interessant – und für eine Reflektion wichtig –, dass wir gerne eine breitere und öffentliche Diskussion darum anstoßen möchten. Das hoffen wir mit einer Buchvorstellung Anfang nächsten Monats erreichen zu können. Für die Zukunft haben wir allerdings erst einmal nicht geplant, das Thema der Studie zu unserem Schwerpunkt zu machen.

Hier der Ankündigungstext:

Antisemitismus in der Linken
Ergebnisse einer quantitativen Befragung
Buchvorstellung und Diskussion

Im Mai 2011 entbrannte nach der Veröffentlichung einer Studie der Sozialwissenschaftler Samuel Salzborn und Sebastian Voigt eine Debatte über Antisemitismus in der Partei „DIE LINKE“. Als Konsequenz sah sich „DIE LINKE“ genötigt auf ihrem Parteitag im Oktober über das Existenzrecht Israels zu debattieren.
 
Mit dem Buch „Antisemitismus in der Linken. Ergebnisse einer quantitativen Befragung“ liegt nun eine umfassende Studie vor, die von Samuel Salzborn herausgegeben wird. Studienautor Maximilian Elias Imhoff hat insgesamt 218 Personen befragt und die Ergebnisse statistisch ausgewertet – Dabei sprechen die Ergebnisse eindeutig dafür, dass Antisemitismus in bestimmten Teilen der Linken systematisch auftritt. Bei 17% der Befragten verdichten sich so viele Ressentiments, dass man von einem antisemitischen Weltbild sprechen muss. Dieser Personenkreis zeichnet sich nicht nur durch seinen Antisemitismus, sondern auch durch eine flache Kapitalismuskritik und den Rückriff auf völkisches Denken aus. Zudem liest er die gleichen linken Zeitungen.
 
All das lässt sich gut erklären. Warum Linke zu Antisemit*innen werden können, warum die Frage nach der Haltung zum Existenzrecht Israels am Problem des linken Antisemitismus vorbeigeht und warum dieser Antisemitismus kein neuer, sondern ein altbekannter Antisemitismus ist, dem wird Imhoff bei dieser Buchvorstellung nachgehen.

 

Maximilian Elias Imhoff hat Kommunikationswissenschaft, Neuere und Neueste Geschichte und Philosophie an der Universität Münster und der Universität Pachuca (Mexiko) studiert. Vor kurzem erschien seine Studie „Antisemitismus in der Linken. Ergebnisse einer quantitativen Befragung“ als Band 7 der Reihe „Politische Kulturforschung“ beim Peter Lang Verlag (Frankfurt).
 
Rezension:
„Mit der vorliegenden Studie liegt eine theoretisch fundierte, auf empirisch prüfbaren Hypothesen aufbauende Untersuchung vor, die durch enormes historisches Hintergrundwissen um ihren Gegenstand besticht, die zur Versachlichung der hitzigen Debatten innerhalb linker Gruppierungen, aber auch in breiteren öffentlichen Diskursen beiträgt und die – fast nebenbei – die Antisemitismusforschung methodisch bereichert. Die Ergebnisse tragen dazu bei, verdeckte antisemitische Argumente ohne Denunziationsabsicht aufspüren zu können.“ (Prof. Dr. Armin Scholl, Uni Münster)

 

Mittwoch, 07.12.2011, 19:30 Uhr
Selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum „Club Courage
Friedensstraße 42 (Hinterhof), 48145 Münster

 
Diese Veranstaltung wird gefördert durch den
AStA der Universität Münster.